Landwüst
Als Lehrer in Landwüst mit Schülern und Kollegen

"Nach der Abschlußprüfung trat ich in den Volksschuldienst." (Zunächst als Probe-, dann als Hilfslehrer). "Ich unterrichtete (jeweils nur kurze Zeit) in Steinpleis, Brotenfeld-Tirpersdorf, Posseck, Landwüst, Unterwürschnitz und Marieney. In Marieney übte ich nebenamtlich das Kantorenamt aus bis zu meiner Einberufung 1940." (Lebenslauf für Plauen)

Steinpleis
Unter Kollegen in Steinpleis 1935

"Als Probelehrer ... zog ich mir eine nachdrückliche Verwarnung durch den Schulrat (Schürer - Zwickau) und den Kreisamtsleiter dadurch zu, daß ich mich meinen Kollegen gegenüber offen gegen die antisemitische Hetze geäußert hatte, die 1936 neu einsetzte (1936 in Steinpleis)." (Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946)

"Am 1. Mai 1937 wurde ich Mitglied in der NSDAP. Als 24-jähriger Junglehrer, der seine Mutter zu unterstützen hatte, hielt ich die Sicherung meiner Berufsstellung für eine Pflicht. Andererseits konnte ich aus Gewissensgründen die NS-Weltanschauung in ihren totalitären Forderungen nicht bejahen. Als ich mehrfach zum Eintritt in die Partei aufgefordert wurde, machte ich mündlich und schriftlich meine Bedenken geltend, erhielt aber trotzdem im Herbst 1937 die Mitteilung, daß ich rückwirkend unter dem 1.5.37 aufgenommen sei." "Als wir Junglehrer 1937 aufgefordert wurden, in die NSDAP einzutreten, äußerte ich als Christ meine Bedenken, überließ jedoch - leider - die Entscheidung über meine Aufnahme anderen und wurde Mitglied." Die Mitgliedskarte ist am 15. Juni 1938 in München ausgestellt und trägt die Nummer 5816055. Als Ortsgruppe ist Landwüst durchgestrichen und durch Unterwürschnitz ersetzt worden. (Mitgliedskarte, Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946 und Lebenslauf vom 9.8.1964)

"Wie alle meine Freunde aus der evangelischen Jugendbewegung und der Altfreundschaft der DCSV stand ich der Bekennenden Kirche nahe. Als 1938 fast alle Lehrer 'spontan' den Religionsunterricht niederlegten (ohne daß dieser selbst abgeschafft wurde), machte es mir große Freude, den Unterricht der Kollegen mit zu übernehmen." (Lebenslauf vom 9.8.1964)

Am 22. Mai 1941 erfolgt seine Ernennung zum Lehrer. "Auf meinen Wunsch war ich inzwischen als Lehrer ins Erzgebirge, die Heimat meiner Frau versetzt worden. Dort unterrichtete ich zunächst wieder einige Monate, bis Anfang 1942 eine neue Aktivierung der Tbc. eintrat, diesmal als offene (ansteckende) Erkrankung." (Lebenslauf vom 9.8.1964 und Berufungsurkunde)

Im März 1942 Austritt aus der SA: "Aus den Personalakten … ist ersichtlich, daß er von der NSDAP bzw. von der SA deswegen angegriffen wurde, weil er kirchliche Propaganda in der Schule durchgeführt hat bzw. nichts mit den 'Deutschen Christen' gemein haben wollte. Die Kreisleitung forderte seinerzeit Verfolgung der Anzeige des Ortsgruppenleiters, während ihm die SA-Standarte nahelegte, entweder als SA-Mann die Kirchenfrage ruhen zu lassen oder auszuscheiden, zumal er krank sei. Er bekam von der SA 2 Tage Bedenkzeit, worauf er sich, auch mit Rücksicht auf sein verschlechtertes Lungenleiden, für ein Ausscheiden aus der SA entschied und daraufhin 'wegen Krankheit aus der SA entlassen' wurde." (Bescheinigung. Aus den Personalakten des Lehrers Johannes Petzold von 1945 und 1946)

"Als  Lehrstudent war ich 1933 der SA, nicht aber der Partei beigetreten (7.7.33; Austritt im März 1942). Ich war damals auf staatliche und städtische Beihilfen angewiesen und wäre benachteiligt worden, wenn ich nicht mindestens einer Gliederung der Partei angehört hätte. Irgendwelche Funktionen habe ich weder in der Partei noch in der SA ausgeübt. Bei meinem Austritt aus der SA ... 1942 war ich 'Sturmmann' (vorletzter Dienstgrad)." (Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946)

Der Ausbruch der "offenen" Tuberkulose bedeutete im März 1942 das Ende der Tätigkeit als Lehrer - auch wegen der Ansteckungsgefahr für die Schüler. Damit war auch das Wohnen in der Schule in Hermannsdorf zu einem andauernden Problem geworden. (nach Tab. Lebenslauf)