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Vollständiger Titel: Neue Lieder im Raum der Kirche (1969)
Wir Älteren erlebten vor 30 Jahren die Singbewegung. Damals wurde das alte Kirchenlied neu entdeckt, und zwar von der singenden Jugend. Das alte Lied war „das Neue Lied“, und es bewährte sich im Kampfe der Kirche dieser Zeit.

Diese echte Bewegung, die gerade auch begonnen hatte, Eigenes zu schaffen, riss im 2. Weltkrieg ab. Sie hat ihren Niederschlag im EKG[1] gefunden, das ein besseres Gesangbuch ist als das DEG[2]. (Welche der „neuen Lieder“ des DEG möchten wir wohl heute noch singen?) Sie spiegelt sich auch wider in der besseren Literatur unserer Chöre. Aber von einer „Bewegung“ kann schon längst nicht mehr die Rede sein. Trotz im allgemeinen schnelleren Singens fehlt dem Gemeinde- und dem Chorgesang oft der innere musikalische Schwung, und die Gefühlswerte kommen zu kurz, weil Text und Musik oft unverstanden und daher unbeteiligt gesungen und gespielt werden. Weiterhin macht sich zunehmend ein Mangel an Liedern spürbar, die das auszudrücken vermögen, was uns heute als Christen bewegt.