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Hiltrud Schaale
Hiltrud Schaale als junge Frau

Am 11.07.1939 Gerichtstermin für Hiltrud Schaale "In der Strafsache gegen Sie werden Sie zur Hauptverhandlung auf Dienstag, den 11. Juli 1939, vormittags 3/4 10 Uhr vor das Amtsgericht Plauen, Amtsberg 6, Zimmer 162, geladen." "Ihnen wird folgendes zur Last gelegt: Als Helferin in der Kirchgemeinde zu Theuma fuhren Sie am Sonntag, den 26. Juni 1938, nachmittags mit 5 jungen Mädchen, Angehörigen des evang. Jugenddienstes in Theuma auf Fahrrädern nach einem Gehölz bei Korna, in dem, wie Sie wußten, bereits die Pfarrersehefrau Garms mit 4 anderen jungen Mädchen sich niedergelassen hatten. Gemeinsam wurden dort Volkslieder gesungen und Unterhaltungsspiele veranstaltet, bis gegen 18 Uhr alle zusammen wieder nach Haus zurückfuhren. Sie wußten, daß den konfessionellen Jugendverbänden jede sportliche, insbesondere gelände- und volkssportliche Betätigung untersagt ist." (Ladung des Oberstaatsanwaltes beim Landgericht Plauen vom 4.7.1939)

Am  Tag nach dem Gerichtstermin besucht der Lehrer Johannes Petzold aus Marieney die Gemeindehelferin und Organistin Hiltrud Schaale in Theuma
bei Plauen. Sie wurde am 12.2.1914 in Hunstig bei Gummersbach geboren. Der Vater Willy Schaale war dort als Prokurist in einer Jagdwaffenfabrik tätig, später dann als Handelsvertreter im Erzgebirge und in Dresden. Der "Stammort" der Familie Schaale ist Scheibenberg im Erzgebirge. Die Mutter Luise Schaale geb. Berndt war die Tochter eines Gefängnisinspektors in Döhlen (Sachsen). "Meine Frau Hiltrud geb. Schaale entstammte einer alteingesessenen erzgebirgischen Handwerker- und Kleinbauernfamilie." (Tabellarischer Lebenslauf, Ahnenpaß, Lebenslauf für Plauen)

Am 06.08.1939 "Heimliche Verlobung" "Meine Frau, Hiltrud geb. Schaale, war Mitglied der Bek.-Kirche und entschiedene Antifaschistin. Zur Zeit unserer Verlobung war sie Gemeindehelferin in Theuma i. V. (1937/39), wo sie wegen ihrer kompromißlosen Haltung im kirchlichen Unterricht mehrfach angezeigt, von Polizei und Gestapo verhört ... und in einem Falle gerichtlich belangt ... und verurteilt wurde (30 Tage Haft, die durch Amnestie entfielen)." (Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946)

Am 17.09.1939 Offizielle Verlobung in Dresden. Hiltrud Schaale wechselt die Stelle und geht als Gemeindehelferin mit Kantorendienst nach Marieney und Wohlbach. "Auch sie war geprägt von der Singbewegung und hatte ein ähnlich handwerklich-schöpferisches Verhältnis zur Musik wie ich." (Lebenslauf vom 9.8.1964)

Hochzeit in Scheibenberg / Erzgebirge

Am 26.03.1940 Heirat in Scheibenberg "Der Lehrer, jetzt Soldat Johannes Oskar Petzold, evangelisch-lutherisch, wohnhaft in Marieney im Vogtland ... und die Gemeindehelferin und Organistin Hiltrud Luise Schaale, evangelisch-lutherisch, wohnhaft in Wohlbach im Vogtland ... haben am 26. März 1940 vor dem Standesamt Scheibenberg die Ehe geschlossen." (Heiratsurkunde)

Aus der Ehe gingen 5 Kinder hervor:
Christoph * 1940 in Dresden
Michael * 1943 in Plauen
Friedegard * 1945 in Hermannsdorf, + 1947 in Annaberg-Buchholz
Winfried * 1950 in Probstzella, + 1952 in Bad Berka
Dietrich * 1954 in Bad Berka

Kategorie: Wegmarken und Stolpersteine