Hiltrud Petzold geb. Schaale

Hiltrud als junge FrauGeboren wurde Hiltrud Schaale am 12. Februar 1914 in Hunstig (jetzt Ortsteil von Gummersbach im Oberbergischen Kreis im südlichen Nordrhein-Westfalen) als Tochter von Willy Schaale (damals Prokurist in einer Jagdwaffenfabrik, später selbständiger Handelsvertreter) und seiner Ehefrau Louise geb. Berndt. Die Eltern stammten aus Sachsen, wohin die junge Familie auch alsbald zurückkehrte.

Hiltrud besuchte zunächst in Thum / Erzgebirge die Schule, machte danach auf Wunsch ihres Vaters eine kaufmännische Lehre, die sie Ostern 1930 erfolgreich abschloss. Da sie selbst andere Interessen hatte, ließ sie sich danach am Ehrlichschen Gestift in Dresden zur Kindergärtnerin und Hortnerin ausbilden. Von 1936 bis 1938 besuchte sie die Frauenschule für kirchlichen Dienst in derselben Stadt. In den Zeugnissen und Praktikumsberichten wird mehrfach ihre musikalische Begabung hervorgehoben, die sie vor allem im Umgang mit Kindern und Jugendlichen überzeugend einzusetzen weiß. Eines der Praktika absolvierte sie in dem Dorf Theuma bei Plauen. Dort wurde sie nach Abschluß ihrer Ausbildung auch als Gemeindehelferin angestellt. Der Kontakt mit dem zur Bekennenden Kirche gehörenden Pfarrer Gottfried Garms prägte ihre geistige Haltung und politische Gesinnung nachhaltig.

Bald lernte sie den ebenfalls im Vogtland tätigen Volksschullehrer Johannes Petzold kennen. Beide heirateten am 26. März 1940 und bildeten eine enge Lebens- und Arbeitsgemeinschaft bis zu seinem Tod am 19. Mai 1985 in Eisenach. In die Wartburgstadt waren sie im Jahr 1962 gezogen, nachdem sich ihre Lebensstationen von Sachsen nach Thüringen verlagert hatten. Von den fünf Kindern starben zwei in jungen Jahren.

Schon in ihrer Jugend war sie vielseitig produktiv. Kinderlieder und einige Kompositionen stammen bereits aus dieser Zeit. Später brachte sie Reflexionen über Glaubens- und Lebensthemen immer wieder in Gedichten zur Sprache. Eine Sammlung von 30 Gedichten kreist um den Tod des Töchterchens Friedegard im Jahre 1947. Hiltrud Petzold starb am 19. November 2013 in Eisenach.

Alles zu verstehen, gelingt mir nicht Eisenach, Notiz auf einem Handzettel ohne Datum

Das liebe Brot gabst du Notendruck; vertont zu einem dreistimmigen Kanon von JP

Dass deine Ehr, Gott, nimmermehr (Zu Gottes Ehre) Notendruck; Text zu einem Chorlied für drei gleiche Stimmen von JP

Dass unsre Zeit du selbst in Händen hältst (In Gottes Hut) 29.11.1940; Druckbild; Wegweisende Hände. Ein Glaubenszeugnis junger Dichtung der Gegenwart, Union Verlag Berlin 1957, S. 41; auch als Chorlied vertont von JP

Dass wir ihnen Brüder werden (Zuspruch im Leid) 15.2.1947 Typoskript und handschriftl. Postkarte von JP an HP

Der Sonne wächst die Pflanze willig zu (Gleichnis) Druckbild; Wegweisende Hände. Ein Glaubenszeugnis junger Dichtung der Gegenwart, Union Verlag Berlin 1957, S. 21

Friedegard UmschlagUnter dem Titel "Segen eines kleinen Lebens. Verse um ein heimgegangenes Kind" hat Hiltrud Petzold 30 Gedichte zusammengestellt, die nach dem Tod des Töchterchens Friedegard im Jahre 1947 innerhalb weniger Wochen entstanden sind. Das Heftchen im Format 15 x 19 cm enthält 17 auf Schreibmaschinen-Durchschlagspapier beschriebene Blätter; der Text der gegenüberliegenden Seite scheint in der Regel durch. Auf der Innenseite des hinteren Umschlages findet sich handschriftlich noch ein Gedicht, ein Jahr nach dem Tod des Töchterchens geschrieben. Die Folge der Verse entspricht einem Prozess gläubigen Trauerns und will auch so verstanden werden; deshalb sind die Überschriften nachträglich numeriert. Hier ein Link zur Darstellung des Heftes mit allen kopierten Seiten: Segen eines kleinen Lebens (Typoskript)

01 Segen eines kleinen Lebens - Widmung

Adagio und Allegro für Violine und Klavier 1938 Manuskript

Als unser Herr im Garten ging Satz für zwei gleiche Stimmen 1937; Text und Melodie unbekannt

Chorsatz zu einer Melodie von Paul Eckhardt 1936; Manuskript

Die Menschen sind schlecht, sie denken an sich Kanon 1958, Text volkstümlich,  Manuskript und Druckbild

Ach, wär ich doch ein Zwiebelchen Melodie zu einem Text von N Hofmann ("Vorfrühlingsgefühle"), entstanden in Eisenach; Manuskript

Allerlei Narretei Notizzettel Eisenach ohne Datum

Das Muschitier, was will das hier Manuskripte, Bad Berka 1960

Die Sonne sprach zum Regen Melodie 1961 zu einem Text von Hanna Kraeger; Manuskript